Vulkane in Sizilien und auf den Äolischen Inseln - 2017

Einen großen Traum von meiner Frau und mir konnten wir uns heuer erfüllen. Nachdem wir 2013 bei einem Urlaub in Kalabrien den Vulkan Stromboli während einer Bootstour ausbrechen sehen konnten, war unser Wunsch diesen Vulkan zu besteigen und beim Ausbruch direkt dabei zu sein. Ein paar Jahre hat es gedauert, aber heuer stand diese Tour am Programm. 14 Tage nahmen wir uns Zeit, um zuerst eine Woche in Sizilien und anschließend noch eine Woche auf den Äolischen Inseln zu verbringen. Auf dem Programm standen neben dem Stromboli noch der Ätna und der Gran Cratere auf der Insel Vulcano.

 

Ätna

Unser erster Vulkan war dann der Ätna. Geplant war eigentlich eine Tour auf den Krater, aber leider konnten wir diese aufgrund der starken Aktivität des Vulkans  nicht durchführen.  Bei einer geführten Off-Road Tour konnten wir aber trotzdem sehr viele Eindrücke mitnehmen.

Der Ätna besitzt vier Gipfelkrater, ein Lavaausstoß erfolgt aber meist an den Flanken des Berges. Dadurch haben sich an die 400 Krater gebildet. Der Ätna ist mit seinen ca. 3350m der höchste Vulkan Europas und wurde am 21. Juni von der UNESCU zum Weltkulturerbe aufgenommen. Die tatsächliche Höhe variiert aber, und ist abhängig von vorangegangen Aktivitäten.  

Durch seine sehr dünn flüssige Lava entstehen Lavagrotten. Hervorgerufen werden diese durch einen schnell abkühlende Lavastrom an der Oberfläche, während die Lava im Inneren noch abfließt. So entstehen Tunnel mit mehreren hundert Meter Länge.

Die dicht besiedelte Landschaft rund um den Ätna ist äußert fruchtbar. Es wachsen Orangen,- Zitronen,- Feigen,- Oliven- und Pistazienbäume. Auch gibt es Getreidefelder und Weinberge. Der Geruch des Ätnaginsters verfolgt einem auf der gesamten Tour. Der Ginster ist auch eines der ersten Gewächse das sich auf der verwitternden Lava ansiedelt.



Einer der am längsten andauernden Ausbrüche begann am 14. Dezember 1991. Begleitet von einer Serie von hunderter kleiner Erdbeben rissen mehrere Eruptionsspalten auf, und heftige Lavafontänen und Lavaströme traten aus. Der Lavafluss breitete sich in den nächsten Wochen immer weiter aus und erreichte die Nähe der Stadt Zafferana Etnea. Zum Schutz der Stadt wurde ein Wall errichtet der sich zwei Monate lang füllte. Schließlich lief er über und floss in schneller Geschwindigkeit in Richtung der Stadt. Kurz davor kam der Lavafluss aber zum Stillstand. Jedoch zerstörte ein längerer Lavafluss im Mai 1992 die ersten Häuser der Stadt. Mit Sprengungen wurde versucht einen künstlichen Kanal anzulegen um den Fluss umzuleiten. Dieses Vorhaben gelang auch zum Teil. Die Aktivität des Vulkans endete am 30. März 1993 nach 473 Tagen. (Quelle: Wikipedia)

Vulcano

Nach einer Woche auf Sizilien ging es zu den Liparischen Inseln. Die Liparischen, oder auch Äolischen Inseln, bestehen aus sieben bewohnten Inseln und liegen nördlich vor Sizilien. Die südlichste und drittgrößte Insel ist Vulcano und war unser nächstes Ziel.

Der Vulkan Gran Cratere auf der Insel Vulcano ist bereits seit 1890 erloschen, aber über Fumarolen treten schwefelhaltige Gase aus die nicht ganz ungefährlich sind. Aber gerade diese Fumarolen geben dem Vulkan seine eigene Charakteristik.

Der Krater selber ist relativ einfach in einem einstündigen Fußmarsch zu erreichen. Da ich zum Sonnenaufgang am Kraterrand sein wollte, fuhren wir zuerst mit geliehenen Fahrrädern um halb 4 Uhr in der Früh zum Startpunkt. Dieses Vorhaben hat sich dann auch mit einem gewaltigen Schauspiel ausgezahlt.

Lipari

Unser nächstes Ziel war die Insel Lipari. Diese Insel besitzt keinen Vulkan, aber ich konnte ein für diese Jahreszeit seltenes Schauspiel bewundern. Nachdem ich schon sehr bald in der Früh zum Fotografieren unterwegs war zogen immer mehr Wolken auf. Bald darauf folgte ein Gewitter mit starken Regen. Plötzlich strömten von allen Seiten Menschen aus ihren Häusern, schauten auf den Regen und freuten sich. Es war der erste Regen seit vier Monaten.

Stromboli

Nach Lipari wartete das eigentliche Highlight der Reise auf uns. Die Besteigung des Vulkanes Stromboli auf der gleichnamigen Insel. Ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen, dass diese Tour wegen des Regens nicht stattfinden könnte, da diese am nächsten Tag angesetzt war. Aber das Wetter besserte sich gleich wieder, und es sollte eine unvergessliche Tour werden. 

Die Insel Stromboli hat ca. 570 Bewohner aufgeteilt auf zwei Ortschaften. Stromboli mit ca. 540 Einwohner, und Ginostra. Eine Verbindung der beiden Orte gibt es nur per Schiff. Autos gibt es in beiden Ortschaften kaum. Hier dominieren Mopeds, Golfwagen und Piaggio Ape (dreirädriges Rollermobil).

 


Nordöstlich der Insel ragt die unbewohnte Insel Strombolicchio aus dem Meer. Sie ist der feste Kern eines ehemaligen Vulkans, und auf ihr befindet sich ein Leuchtturm.

Der Stromboli ist ständig aktiv und wirft in unregelmäßigen Abständen Material aus den Kratern, was weltweit einzigartig ist. Diese ständige Aktivität wird auch Strombolianische Aktivität genannt, und funktioniert durch einen im Schlot höheren Gasdruck als Gewichstdruck der darüber befindlichen Flüssigkeit. Die entstehenden Gasblasen steigen nach oben, und reißen beim Zerplatzen an der Oberfläche Magmafetzten mit sich. Durch die Entgasung erhöht sich die Dichte der Schmelze, die ein weiteres Entgasen verhindert. Die Dichte der Schmelze nimmt aber wieder ab, und dadurch kommt es wieder zu einer Entgasung. (Quelle: Wikipedia) 


Da der Vulkan nicht alleine bestiegen werden darf, haben wir uns im Vorfeld bei einer geführten Tour angemeldet. Der Aufstieg dauert ca. 2,5 Stunden und 950 Höhenmeter sind dabei zu bewältigen. Da die Temperaturen am Berg, und vor allem in der Nacht beim Abstieg, sinken, haben wir vorsichtshalber auch eine lange Hose und Jacke eingepackt.

Start der Tour war um ca. 17 Uhr, damit wir früh genug zum Sonnenuntergang am Gipfel sein konnten. Der Weg auf den Vulkan ist einfach und bietet einen sensationellen Blick auf die Ortschaft Stromboli. Kurz vor dem angepeilten Aussichtspunkt kann man schon die ersten Blicke auf einen der Krater werfen.

 Der Aussichtspunkt liegt dann ca. 100 Meter oberhalb und 70 Meter entfernt von den Kratern. Die letzten großen Ausbrüche waren in den Jahren 2003 und 2007. Normalerweise bricht der Vulkan ca. alle 15 Minuten aus. Die drei Tage vor unserer Tour gab es nicht einen Ausbruch. Wir hatten aber richtiges Glück und konnten während des einstündigen Aufenthaltes mehrere gewaltige Eruptionen erleben. 

Diese Tour war sicherlich ein Höhepunkt und ist absolut zu empfehlen.